Okt
08
2011
Einige IT-Entscheider würden auf diese Frage wohl antworten: „selbstverständlich“. Damit haben sie nicht unrecht. Schließlich entscheiden die Ausgaben für Investitionen und für den laufenden Betrieb, in welche Richtung sich die IT eines Unternehmens entwickelt. Andere würden dagegen antworten: „Natürlich nicht.“ Auch sie haben recht. Schließlich sollte man das IT-Budget nicht als Gott gegeben, sondern als eine Konsequenz bewusst getroffener Entscheidungen sehen, die wiederum in einem IT-Governance-Prozess gefällt und überwacht werden. Jedem halbwegs strategisch denkendem IT-Zeitgenossen dürfte die zweite Variante lieber sein. Aber, Hand aufs Herz, in welchen Unternehmen sind IT-Entscheidungen nicht zumindest stark vom ohnehin bereits gedeckelten IT-Budget beeinflusst? Oder anders gefragt: In welchen Unternehmen dient IT-Governance nicht in erster Linie dazu, dass IT-Budget möglichst transparent auf die verschiedenen Kostenblöcke wie Betrieb, Entwicklung, Projekte etc. zu verteilen und zu überwachen, dass es auch wie geplant ausgegeben wird? Selbst dieser Aufgabe werden große Unternehmen oft nicht gerecht, weil die zentrale IT und ihre Governance-Gremien zu wenig Durchgriff auf die einzelnen Teilbereiche haben. Continue Reading »
Mai
23
2011

Cloud Computing und Cloud Services erwecken einen alten Traum von IT-Anwendern zu neuem Leben: selbst entwickelte Services und Lösungen am Markt anzubieten und so zumindest einen Teil der eigenen IT-Ausgaben zu refinanzieren. Schon in den 80er und 90er Jahren hatten sich einige große IT-Abteilungen von Anwendern im sogenannten Drittgeschäft versucht. Die meisten scheiterten. Sie bekamen die unterschiedlichen Anforderungen von internen und externen Kunden nicht unter einen Hut. Außerdem unterschätzten sie den Aufwand für einen eigenen Vertrieb und Marketing. Continue Reading »
Mrz
15
2011
Mit dieser im Jahr 1989 von den Bombasto-Rockern „Queen“ intonierten Liedzeile beschrieb kürzlich der CIO eines Großkonzerns das Verhalten von IT-Nutzern. Dabei sei gleichgültig, ob es sich um einen Privat- oder einen Enterprise-Nutzer handle. Private Endkunden wollen die im Internet bestellten Produkte am liebsten so schnell haben wie sie ein digitales Foto sehen können. Aber auch Endanwender in Unternehmen akzeptieren weder längliche Antwortzeiten mehr, noch wollen sie darauf warten, bis die hauseigene IT ein verbessertes Frontend für eine Applikation zur Verfügung stellen kann. Während es früher hieß „wer nicht liefert ist tot“, heißt es heute, „wer nicht schnell liefert, wird aussortiert“. Dieses Schicksal könnte auch der Enterprise IT drohen. Wenn sie nicht in der Lage ist, schnell ein CRM-System zu liefern, bedient sich die Fachabteilung bei Salesforce, in Sachen ERP, vielleicht bei SAP, deren Business by Design inzwischen ordentlich funktioniert. Noch einfacher lassen sich Collaboration Tools per Mausklick besorgen. Zumindest ist die gefühlte Liefergeschwindigkeit für den Endanwender im Enterprise hoch, wenn er solche Angebote annimmt. Die inzwischen beim Fachanwender Schlange stehenden Service-Provider lassen denn auch nichts unversucht, den technikaffinen Endanwender mit Apps und anderen leichtgewichtigen Services glücklich zu machen, die er adhoc aus dem Netz laden kann. Da kann die IT noch so laut Zeter und Mordio schreien, Strafe androhen, mangelnde Sicherheit oder Compliance ins Feld führen. Sie wird nur unter Androhung schwerster und „von ganz oben“ abgesegneter Sanktionen den Download vorübergehend verhindern können. Das führt natürlich nicht gerade zu einem Vertrauensverhältnis zwischen IT und Fachabteilung. Die IT wird so zunehmend als kontrollierende, einschränkende Instanz gesehen, nicht mehr als ermöglichender, unterstützender Teil eines Unternehmens wahrgenommen. „Wir müssen endlich realisieren, dass uns das Thema Consumerization komplett eingeholt hat“, erklärt denn auch der eben zitierte Queens-Fan im gleichen Gespräch. Angesichts dieser absolut richtigen Erkenntnis, bleibt der IT wohl nur die Flucht nach vorn. Das bdeutet in diesem Fall, die Enterprise-Frontends consumertauglich einfach und die ins Unternehmen schwappenden Consumer Devices enterprisetauglich zu machen.
Feb
07
2011

Einige Unternehmen im B2C-Geschäft verlangen auch von leitenden Angestellten regelmäßigen Kontakt mit dem Endkunden. Da stehen sie dann mit dem weißen Kittel eines Supermarktverkäufers über dem edlen Zwirn verloren zwischen den Kosmetik- und Waschmittel-Regalen und wissen nicht so Recht, was sie tun oder auf die nervenden Kundenfragen antworten sollen („Wo steht denn der Frischkäse?“). Continue Reading »
Jan
12
2011

Für die Facebook- und Twitter-Euphoriker ist es nicht überraschend. Aber mancher Web-2.0-Skeptiker unter den IT-Verantwortlichen denkt vielleicht doch noch einmal über den Nutzen von Blogs und Social-Networks nach, wenn die Unternehmensberatung McKinsey verkündet, dass für Web-2.0-Unternehmen schon bald Zahltag ist. In ihrer im Dezember 2010 zum vierten Mal vorgelegten jährlichen Untersuchung zum Gebrauch von Web 2.0 im Unternehmen erklärt jedenfalls die überwiegende Mehrheit der Web 2.0 nutzenden Firmen, dass sie „messbare Geschäftsvorteile“ durch den Gebrauch des interaktiven Internets erzielt. Befragt hatte McKinsey über 3200 Manager in verschiedenen Regionen und Industrien. (( ab hier bis Senior Executive streichbar)) Davon gaben 66 Prozent an, in ihren Unternehmen würden Web-2.0-Tools genutzt. In der Hälfte dieser Firmen arbeiten mehr als 50 Prozent der Mitarbeiter mit solchen Werkzeugen. Am meisten verwendet werden Social Networks (40 Prozent), Blogs (38) und Video Sharing (33). Die meisten Nutzer sind im Marketing (76 Prozent) beheimatet, gefolgt von der IT (63) und vom Vertrieb (53). Ihre Positionen reichen vom technischen Experten, über Kundenberater bis hin zum Senior Executive.
Je nachdem, ob die interaktiven Collaboration-Tools nur für interne Zwecke oder auch für Kunden und Partner genutzt werden, sehen die meisten Befragten die Geschäftsvorteile laut McKinsey im schnelleren Zugang zu internem Wissen sowie zum Know-how der Partner und in Bezug auf Kunden in einer höheren Marketing-Effizienz. Weitere Vorteile erkennen die Firmen im Bereich Kommunikationskosten, Mitarbeiter-, Kunden und Partnerzufriedenheit. Im Durchschnitt ein Fünftel zeigt sich überzeugt, dass die Nutzung von Web 2.0 den Umsatz erhöht.
McKinsey hat die mit interaktiven Werkzeugen arbeitenden Firmen je nach Vernetzungsgrad in verschiedene Gruppen unterteilt, von Web-2.0-Lernende, über intern und extern vernetzte Unternehmen bis hin zu voll vernetzten Unternehmen. Die Gruppe der Lernenden stellt mit knapp 80 Prozent die größte Population unter den Befragten, voll vernetzt sind hingegen nach McKinsey-Einschätzung nur drei Prozent. Klar, dass die Vernetzungsprofis am stärksten profitieren. Die Unternehmensberater stellen sogar einen eindeutigen Zusammenhang fest, zwischen großer Konkurrenzfähigkeit und Marktführerschaft einerseits und dem Grad der Nutzung kollaborativer Web-Werkzeuge andererseits.
Allerdings ist es dabei nicht mit dem bloßen Einsatz getan. Die Tools müssten in den Alltag der Mitarbeiter und in ihre Workflows integriert sein. Nur Firmen kommen in den Genuss der besagten Businessvorteile, deren Mitarbeiterschaft mehrheitlich mit den Tools arbeitet, deren verschiedenen Bereiche „flüssig“ Informationen austauschen und die sowohl Mitarbeiter, Kunden und Partner in ihre webgestützte Kollaboration einbinden.
Ob die Aussagen dieser sicher extrem seriösen Untersuchung im Detail stimmen, ist dabei gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist die Generalaussage: Web 2.0 bringt echte Business-Vorteile. Das kann für die IT-Entscheider, die sich noch nicht ernsthaft damit auseinandergesetzt haben nur heißen: Bitte anfangen!
Foto: Monstah
Nov
20
2010

Je populärer ein soziales Netzwerk wird, desto mehr Leute registrieren sich und desto schwieriger wird es, sich dem Sog zu entziehen. Das gilt insbesondere für Facebook. Es ist mit 500 Millionen registrierten Nutzern weltweit inzwischen so groß, dass es mehr „Einwohner“ hat als die USA.
Das macht die stark weiter wachsende virtuelle Nation inzwischen nicht nur für Unternehmen aus der Beratungs- (z. B. McKinsey, Accenture)und IT-Branche (z. B. Microsoft, IBM) interessant, sondern auch für IT-Profis und IT-Verantwortliche. Folgerichtig tauchen in letzter Zeit verstärkt CIOs in Facebook auf. Continue Reading »
Okt
30
2010

Eine aktuelle Befragung der Experton Group unter mehr als 400 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz offenbart einen Wandel der Entscheider-Prioriäten in den IT-Abteilungen. Verglichen mit 2007 sind einige Aspekte von Ihrer Bedeutung für die IT-Entscheider stark gestiegen, z.B. Kostenersparnis und Kostentransparenz, Optimierung der IT, Innovation, Virtualisierung, Fachkräftemangel und Energiekosten. Einen richtigen „Sprung“ nach oben konnte das Thema SaaS bzw. Cloud Computing verzeichnen. War es 2007 noch bei kaum einem IT-Entscheider auf der Agenda, so steht es 2010 bereits auf Platz 6 mit stark ansteigender Tendenz für 2011.
Zu den „Absteigern“ bei den IT-Prioritäten sind die Themen IT-Security, Konsolidierung und Integration der IT zu zählen. „Hier wurden in den letzten zwei Jahren bereits sehr viel Hausaufgaben von den Unternehmen gemacht, so dass diese Aktivitäten vom Stellenwert zurückgefallen sind“, interpretiert Andreas Burau, Research Director Experton Group, diese Verschiebung.
Okt
29
2010

Im Grunde sind CIOs mutig und tapfer. Ganz die edlen Ritter und Ritterinnen (die gab es historisch zwar nicht, aber seis drum) kämpfen sie unentwegt gegen Budgetkürzungen, IT-Ignoranz auf allen Ebenen und gegen die neuesten Flausen, die ihrem Topmanagement von Medien und Anbieterschaft in den Kopf gesetzt werden. Manche graust es schlechterdings vor gar nichts, sie binden iPad, iPhone oder Social Networks in die Enterprise IT ein. Unermüdlich kümmern sie sich um ihre Mannschaft, ihre Endanwender im Unternehmen und versuchen immer häufiger erfolgreich, die Kunden ihrer Unternehmen mit IT-basierten Services zu beglücken.
Aber es gibt zwei Dinge, die sie mehr fürchten als Vampire den Knoblauch: Continue Reading »
Okt
13
2010
Die Folgen des neuen mobile Computings, das sich auf Samrtphones und Tablet-PCs abspielen soll, stellen die IT-Abteilungen in Unternehmen vor neue Herausforderungen.

Was bedeutet eigentlich der immer stärkere Drang zu Mobile Computing für CIOs? Wie gehen sie mit dem Wunsch von Vertriebs-, Marketing- und anderen Fachabteilungen nach mobilen Anwendungen um? Ändern sich dadurch die Aufgaben der IT in Sachen Bereitstellung, Integration oder Sicherheit?
Abgesehen von der strategischen Verankerung des Mobile Computing in den Unternehmen, müssen IT-Abteilungen auch eine Menge praktische Fragen beantworten. Angefangen von der Beschaffungs- und Betriebsverantwortung für Smartphones und Tablets über die Frage nach der Art der Projekte und der Budgetierung bis hin zur Wahl der Plattform.
Android, Apple, Blackberry, Symbian 3 oder Windows 7? Jede von ihnen hat spezifische Vor- und Nachteile, und kein IT-Verantwortlicher sollte sich leichtfertig für eine Plattform entscheiden, nur weil die Endgeräte gerade besonders gefragt sind. Continue Reading »
Okt
08
2010
Das internationale Personalkarussell hat sich mal wieder heftig gedreht und Léo Apotheker, den ehemaligen Kurzzeit-Chef von SAP (Juni 2009 bis Februar 2010), auf den Chefsessel von HP getragen. Dort soll er das Geschick eines Unternehmens lenken, das im vergangenen Jahr 114 Milliarden Dollar umgesetzt und 7,6 Milliarden an Gewinnen eingefahren hat. Sein früherer Arbeitgeber, dem Apotheker in verschiedenen Funktionen über 20 Jahre lang diente, kam zuletzt auf einen Jahresumsatz von 10,7 Milliarden Euro und einen Betriebsgewinn von knapp 2,6 Milliarden Euro.
Sein Wechsel zu HP bedeutet für Apotheker einen doppelten Quantensprung: Sein neues Unternehmen ist nicht nur zehnmal so groß, sondern auch durch die Zahl der Mitarbeiter und vor allem aufgrund der verschiedenen Geschäftsfelder sehr viel komplexer. Warum sollte Apotheker also, der schon bei der viel kleineren SAP als CEO aufgrund „seines rabiaten und sehr direkten Führungsstils“ und wegen seines „unzureichenden Umgangs mit Kunden“ (Zitate: Handelsblatt) scheiterte, bei HP einen besseren Job machen? Zeit, sich in die für ihn neuen Geschäftsfelder einzuarbeiten und sich einen eleganteren Umgang mit Mitarbeitern und Kunden zu erarbeiten, wird er kaum bekommen. Der Job an der HP-Spitze braucht Knopfdruck-Manager: Leute, die sofort mit all ihrer Erfahrung, Charisma und einer klaren Vorstellung von der Zukunft des Unternehmens loslegen können, um in den ersten Monaten ihrer Führerschaft die richtigen Weichen zu stellen. Dazu brauchen sie übrigens einen gewissen Vertrauensvorschuss, der ihnen wegen ihrer früheren Erfolge und Verdienste eingeräumt wird. All das hat Apotheker nur auf der zweiten Führungsebene zu bieten. Als Gallionsfigur, als Fahnenträger, hinter dem sich Mitarbeiter und hoffentlich auch Kunden zusammenscharen, ist er bei SAP gescheitert. Continue Reading »